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Hallo liebe Leser und die, die es werden wollen!

Wir sind das Projekt 'Zeitungsjournalismus CAU 2013' und möchten euch neben einer Printausgabe der 'CAUsaal' mit diesem Newsblog beglücken, informieren und unterhalten.

Was steckt eigentlich hinter 'BIO'? Wann passiert mal etwas beim Sophienhofumbau? Was haben Nestle und Mars gemeinsam?
Antworten, Kommentare und Berichte zu diesen und weiteren Themen findet ihr in unseren Ressorts.

Also: Kommentiert bis euch die Finger bluten und lasst uns lesen, was euch ge- oder missfallen hat!

Liebe Grüße,

euer hart arbeitendes 'CAUsaal'-Team


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Samstag, 22. Juni 2013

Die Hanfplantage von nebenan


„Zuerst dachte ich, das wären Dreharbeiten zu  einer neuen RTL-Show“, sagt Helmuth A. (Name geändert) „Erst als ich kein Filmteam in der Nähe sah, wurde mir klar, wo ich hier gelandet war.“
Im Mai 2013 bezog der Student seine neue Wohnung im Kieler Stadtteil Ravensberg. Dass Prügel-Attacken auf den Hausmeister und die Polizei durch seinen Nachbarn, Michel L. (Name geändert), auf der Tagesordnung stehen würden, wusste er damals noch nicht. Am 14.06. wurde bei Michel L. nun auch noch eine Hanfplantage entdeckt.

Die selbst eingetretene Haustür von Michel L.
Foto: dd
Zuerst sei der Nachbar nur durch laute Musik aufgefallen. Als der Hausmeister irgendwann vor  dessen Tür stand, weil sich die Anwohner beschwert hatten, kam es zur Eskalation: „Er hat den Hausmeister über den ganzen Hof gejagt. Der hat sich dann hinter dem Eingangstor versteckt und die Polizei gerufen“, berichtet A.
Seitdem gebe es jeden Tag irgendeinen Vorfall. Laut Berichten eines Anwohners sei L. selbst der Polizei gegenüber gewalttätig. Als diese wieder einmal vor seiner Wohnung stand, weigerte sich L., die Tür zu öffnen. „Irgendwann kam er dann doch raus und schlug eine Polizistin nieder“. Er sei dann mit Pfefferspray ruhig gestellt worden. Zumindest so ruhig, dass es vier Polizisten gelang, ihn abzuführen. Nach einer Nacht auf der Wache habe er am nächsten Morgen die Glastür des Hauses eingetreten.

Vielleicht habe die Polizei damals schon einen Blick in die Wohnung werfen können, heißt es aus dem näheren Umfeld. Warum die Polizei am 14.06. wieder bei Herrn L. klingelte, weiß niemand. An dem Tag war er für seine Verhältnisse relativ ruhig, sagt Helmuth A., L. habe die Polizisten aus seiner Wohnung heraus so lange beleidigt, bis diese die Tür aufbrachen. „Es gab einen Knall und dann schrie mein Nachbar um Hilfe“. Kurz danach habe ein Polizist per Funk durchgegeben: „Eine Hanfplantage. Die ganze Wohnung steht voll“. Augenzeugen wollen etwa 10 große Hanfpflanzen durch die aufgebrochene Tür hindurch gesehen haben. Die Polizei habe die Pflanzen, allerlei Gerätschaften zur Züchtung des Hanfs, eine Waage, sowie eine Machete mitgenommen. „Die Polizei war etwa zwei Stunden hier und hat seine Wohnung ausgeräumt“, berichtet A. 

Zum Schrecken der Anwohner wurde Michel L. scheinbar nur so lange auf der Wache festgehalten, bis die Polizei mit ihrer Arbeit in dessen Wohnung fertig war. Während die Polizei behauptet, L. haben die Nacht auf der Wache verbracht, soll  er entgegen den Angaben der Polizei seine Wohnung schon kurz nach dem Vorfall wieder betreten haben.  Das ist umso verwunderlicher, weil von L. eine dauerhafte Gefahr auszugehen scheint. „Mich bedrohte er schon mit einer riesigen Machete“, sagt ein Nachbar.
Zu den laufenden Ermittlungen wollte sich die Polizei offiziell nicht äußern. Schon nach der Attacke auf den Hausmeister wurde L. fristlos gekündigt. Am 26.06. um 24 Uhr endet die Räumungsfrist. (jh)


Der Umbau des Sophienhofs: Eine Operation am offenen Herzen



CAUsaal kann berichten: Neueröffnung vom 4.10. bis 6.10.2013
 
Foto: lz
Der Sophienhof – zurzeit eine große Baustelle. Das Einkaufscenter in der Innenstadt befindet sich jetzt seit fast einem Jahr im Umbau und viele Kieler fragen sich, wann er endlich ein Ende hat. Denn Baulärm, Schmutz und Stolperfallen beeinträchtigen das Shoppingerlebnis.

Juli 2012: Die „Schlemmergasse“ des Sophienhofs wird abgerissen. Dies ist der Startschuss für die umfangreichen Bauarbeiten, die das Einkaufscenter wieder attraktiver machen sollen. „Wir haben die Chance genutzt.“, erklärt Katrin Berling, die Centermanagerin. Mehrere Mietverträge seien gleichzeitig ausgelaufen, was eine Umgestaltung des Angebots erleichtert habe. Zudem sei eine Renovierung längst überfällig gewesen, da ein Einkaufscenter üblicherweise alle 10 Jahre erneuert werden sollte. Der Sophienhof allerdings sieht heute noch so aus wie vor 20 Jahren.

Die Architektur sei überholt: was damals noch üblich war, sei heute nicht mehr zeitgemäß. Die Kunden sollten bestenfalls die Etage, auf der sie sich befinden, komplett überschauen und so das gesamte Angebot sehen können, was bisher im Sophienhof nicht möglich war.

Die Centermanegerin Katrin Berling
 im Interview mit CAUsaal
Foto: lj
Dies ist auch der Grund, warum die erst 2002 eingerichtete „Schlemmergasse“  abgerissen wurde: Sie sei kaum einsehbar gewesen,     nicht nah genug an der Ladenstraße und somit schlechter frequentiert als die Lebensmittelstände in der „Markthalle“ direkt am Eingang.
Nach dem Umbau, der insgesamt ca. 25 Millionen Euro kostet, soll also alles moderner und kundenfreundlicher werden.
 Die Ladenfläche wird um 2000 m² vergrößert, was Platz für eine Umstrukturierung und zehn weitere Geschäfte schafft. Der Fokus soll hierbei orientiert an der Nachfrage auf den künftig höheren Gastronomieanteil, aber auch auf neuere Modelabel gelegt werden, die im mittleren bis gehobenen Preissegment angesiedelt sind.
 
„Natürlich gibt es auch negative Rückmeldungen von Kunden und Mietern, die sich über Einschränkungen und die Dauer des Umbaus beklagen.“, gibt Katrin Berling zu. Allerdings seien sowohl die Mieter der 84 Wohnungen über dem Sophienhof, als auch die Ladenbesitzer im Voraus über die Dauer informiert worden und der Abschluss der Umbauarbeiten verzögere sich auch kaum.
Uneingeschränktes Einkaufen ist im Sophienhof
 bald wieder möglich
Foto: lz
Die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb seien „eine Operation am offenen Herzen“, so Berling. Doch man habe von Anfang an einkalkuliert, dass sie hierdurch sowie durch die eingeschränkten Zeiten für die Bauarbeiten relativ lange dauern würden.

Aber die Zeit des Umbaus hat bald ein Ende! Im kommenden September sollen die gröbsten Arbeiten abgeschlossen sein, sodass zur Neueröffnung „ jede Türklinke glänzt“.
Am 2. Oktober findet dann ein Abendempfang für geladene Gäste statt und vom 4. bis 6. Oktober ist die große Neueröffnung für alle Kunden. (lj)

Kieler Menschen - Aus Spaß am Spiel

Joscha ist Musiker aus Kiel. Er spielt Cello und singt dazu. Gerade weil ihm das Spiel vor vielen Menschen besonders viel Spaß macht, ist er am Sonntag den 9. Juni 2013 nach Gaarden gekommen. Dort wurde zum sechsten Mal das "InTakt" gefeiert – ein Straßenmusikfestival. 

Joscha hat sich vorher nicht angemeldet. Er ist einfach gekommen, in der Hoffnung einen guten Platz zu finden, an dem er sein Können präsentieren kann. Jetzt sitzt er auf seinem grünen Hocker am Rande des Vineta-Platzes im Schatten eines gewaltigen Neubaus. Er spielt und singt, während heftige Hip-Hop-Töne herüber schallen und ihn zu übertönen drohen. Trotzdem bleiben Leute bei Joscha stehen. Vereinzelt werfen sie Geld in die blaue Instrumententasche, die vor ihm auf dem Boden liegt. Joscha ist ein kleines
Kuriosum auf dem "InTakt", denn Joscha ist erst 11 Jahre alt.

"Meine Eltern wollten, dass ich ein Instrument lerne. Eigentlich wollte ich Klavier lernen, damit ich irgendwann Orgel spielen kann," erzählt Joscha. Aber seine damalige Klassenlehrerin meinte, dass ein Streichinstrument besser sei. "Damit ich die Töne erfühlen lerne." Vor drei Jahren war das gewesen.. Damals hatte Joscha sich das Instrument von der Schule leihen müssen. Irgendwann wollte er dann ein eigenes Cello haben, da das Spielen ihm so viel Spaß machte. Aber seine Eltern hatten das Geld nicht, weil sie ihm gerade erst das Klavier gekauft hatten, das er sich gewünscht hatte.

Joscha (11) "erfühlt" die Töne des Cellos
Foto: lz

Joscha kam also auf die Idee, sich selbst Geld zu verdienen: Mit Straßenmusik. "Ich war in den Sommerferien jeden Abend auf der Straße und habe gespielt. Von dem Geld habe ich mir dann das Cello gekauft."
Das würde nicht ganz stimmen, wirft seine Mutter ein, die neben Joscha steht. Eigentlich habe er nur auf der Kieler Woche und im Urlaub auf der Straße musiziert. Etwa drei Wochen habe er gebraucht, um das Geld zusammenzukriegen. Ob die Eltern nicht doch noch etwas zum Cello dazugegeben haben, wollen sie nicht veraten.
Joschas Eltern sind immer mit dabei, weil er noch zu jung ist, um ohne Aufsicht zu spielen. "Das wäre ein seltsames Gefühl, ihn allein auf der Straße zu wissen", sagt die Mutter. Die Eltern stehen ein wenig abseits. Manchmal fordern sie Joscha auf sein Geld einzusammeln, wenn er ein Stück beendet hat. Dann steht er immer auf und bedankt sich für den Applaus, bevor er die Notenseiten umblättert. Der gelbe Schnellhefter mit den Noten steht auf einem Notenständer und wird dort provisorisch mit gelben und roten Wäscheklammern gehalten. Das Geld vergisst Joscha meistens.



Joscha in seinem Element
Foto: lz
Musikalische Vorlieben hat er nicht. Was sich mit dem Cello spielen lässt, das spielt er. Aber eine Sache findet er trotzdem besonders spannend: Kanon. Bei einem Kanon geht es eigentlich darum, dass zwei Sänger ein wenig versetzt voneinander dasselbe singen. Da stellt sich die Frage, wie Joscha das meint. Schließlich ist er mit seinem Cello allein. Aber gerade darum geht es. Wenn Joscha spielt, dann ist sein Gesang nicht gleich auf mit seinem Spiel, sondern immer ein wenig hinter her. Das ist viel schwieriger, weil Joscha sich auf beides
gleichzeitig konzentrieren muss. So kann es auch mal passieren, dass Joscha sich im Ton vergreift. Dann klingt das Cello ein wenig schief. Das stellt eigentlich kein Problem dar. "Es gibt aber immer Idioten", sagt
Joschas Mutter. "Da waren wir im Urlaub und Joscha spielte auch auf der Straße. Es kam dann jemand, der richtig gegen ihn gehetzt hat. So was kann ich nicht verstehen." Auch jetzt geht eine ältere Frau auf ihn zu, während er spielt. Sie beugt sich über ihn und sagt, der Gesang sei wirklich toll, aber mit dem Cello müsse er noch mehr üben. Unbeirrt spielt er weiter, als sei es ihm egal. Seine Mutter sagt: "Es macht ihm einfach Spaß. Die Idee mit der Straßenmusik ist ihm ganz allein gekommen."

Heute zahlt sich Joschas Engagement aus. Sven (29) gehört zum Organisationsteam. Eine Band ist ausgefallen und deswegen wird einer der festen Spielorte frei. Für diese hatte man sich im Voraus anmelden können. Sven fragt Joscha, ob er nicht eine Stunde lang dort spielen möchte, bevor die nächste Band kommt. Fragend blickt Joscha seine Mutter an. Kurz überlegt sie und nickt dann. Sven sieht erleichtert
aus. Joscha und seine Eltern packen die Sachen zusammen. Sie ziehen einige Meter die Straße hinunter, wo schon viele Menschen versammelt sind. Als hätte es keine Pause gegeben, fängt Joscha am neuen Standort wieder an zu spielen. Hier ist es viel leiser, so dass Joscha endlich ohne Störung gehört werden kann.  (lz)

Gemeinsam gegen Schwarzfahrer vorgehen

‚Vorne einsteigen‘ heißt es seit dem 25.03.2013 für die Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel in Kiel. Statt wie zuvor erst nach 20 Uhr, müssen Fahrgäste auf Kieler Buslinien der Kieler Verkehrsgesellschaft mbH (KVG) und der von der Autokraft befahrenen Strecken nun den ganzen Tag vorne beim Fahrer einsteigen und ihren gültigen Fahrausweis vorzeigen. Dies soll die Fahrgeldeinnahmen steigern und die Schwarzfahrer-Quote mindern. Dennoch gibt es weiterhin 30 Kontrolleure, da die Busfahrer nur eine Sichtkontrolle durchführen.

An der Uni werden weiterhin alle Türen geöffnet, überall sonst heißt es
 'vorne einsteigen'
Foto: ep
Die Stimmung unter den Fahrgästen ist gemischt. Die Studentin Sarah S. (24) meint: „Vorne einzusteigen finde ich vollkommen okay, da jeder für Schwarzfahrer mit zahlt. Es ist nur gerecht, dass alle für ihre Fahrten zahlen. Das Anstehen nervt zwar schon, aber damit muss man dann eben leben.“ Doch gibt es auch Mitfahrer, die dies anders sehen. „Es kostet so viel Zeit, wenn vorne alle einsteigen müssen und das Gedränge ist jetzt noch viel größer als vorher.“, meint Max P. (20). „Wenn irgendwie eine Lösung gefunden wird, dass die Busse durch das ‚vorne Einsteigen‘ sich nicht verspäten, wäre alles nicht so schlimm. Teilweise kommt man aber 10 Minuten zu spät.“ 

Zu Stoßzeiten kommt es tatsächlich zu Verspätungen der Busse. Dafür hat die KVG aber Sonderregelungen aufgestellt. Hat ein Bus mehr als fünf Minuten Verspätung, darf auch weiterhin überall eingestiegen werden. Für Studenten der Christian-Albrechts-Universität (CAU) bleibt alles wie bisher, denn auf den Linien 6, 60S, 61, 62, 81 und 91, die die Universität anfahren, werden alle Türen für die Fahrgäste geöffnet. Des Weiteren steht die mittlere Tür den Rollstuhlfahrern, Fahrgästen mit Kinderwagen, Rollatoren und Fahrrädern auch zukünftig offen. Außerdem werden zur Kieler Woche alle Türen geöffnet sein. (ep)

Freitag, 21. Juni 2013

Der perfekte Platz zum „Übersommern“


Monatelang haben wir den Sommer in Kiel herbeigesehnt. Jetzt ist er endlich da und gibt Kiel, der Stadt am Meer, ihren ganz besonderen Charme zurück, der in den dunklen, trüben Wintermonaten oft verloren zu sein schien. Oberste Priorität hat es jetzt, möglichst viele Sonnenstrahlen einzufangen und den perfekten Platz zum „übersommern“ zu finden. Doch  wo ist es am schönsten? Wo kann ich gut entspannen? Wo macht der Sommer am meisten Spaß?

 „Natürlich im Schrevenpark! Wenn man im Park um die Ecke spontan grillen oder einfach noch eine Stunde Sonnenschein genießen will.“, so die Studentin Lea G., 21. Doch weil Lea nicht die Einzige ist, sondern auch viele andere Menschen mit Grill – Frisbee- und Slackline- Ambitionen den Park bevorzugen, sucht man meist vergeblich nach einem ruhigen Plätzchen. Der Botanische Garten an der Universität ist ein echter Geheimtipp: „Die Parks sind uns zu überfüllt und laut, wir genießen hier abseits die Ruhe und die wunderschöne Natur“, meint Ulrike D. 62. In ihrer Familie ist es schon zur Tradition geworden, an sonnigen Tagen im Botanischen Garten auszuspannen. 

Der Schrevenpark gehört zu den beliebtesten Sommerplätzen Kiels
Foto: ep
Auch Marie, 21 Jahre alt und Studentin, erklärt: „In den Schrevenpark gehe ich zwar gern, aber häufig ist es mir dort einfach zu voll. Mein Dach ist im Sommer für mich einfach der schönste Ort in ganz Kiel. Dort kann ich in der Sonne liegen, habe einen tollen Blick auf die Stadt und nebenbei lerne ich auch ein bisschen“, bemerkt sie schmunzelnd. Aber was tun, wenn man selbst kein begehbares Dach oder zumindest einen Balkon auf der Sonnenseite des Lebens hat? Einfach ein fremdes Dach nutzen, welches zudem auch noch einen wunderbaren Blick auf die Kiellinie und den Hafen bietet. Möglich wird dies in der Bar „Deck 8“ des Kieler Atlantic Hotels, auf dem man sommerliche Cocktails genießen kann. Um Kiel von oben zu bewundern, bietet übrigens auch der Aufstieg auf den Rathausturm eine gute Alternative. Wer die Aussichtsplattform in 67 Meter Höhe zu Fuß erklimmt und auf den Fahrstuhl verzichtet, wird oben umso mehr mit einer herrlichen Sicht auf die Kieler Innenstadt belohnt. 
 
Wer sein Feierabendbier nicht in luftiger Höhe genießen will, der sollte nach einem langen Uni- oder Arbeitstag den Biergarten in der Forstbaumschule besuchen. Zugegeben, die klassischen bayrischen Gerichte wie Weißwurst & Co werden hier nicht angeboten. Dennoch ist die größte Freisitzanlage der Landeshauptstadt bereits seit 1904 zu Recht einer der größten Freizeitmagneten für gesellige und laue Sommerabende.

Den Tag auf bayrischen Bierbänken zu verbringen wird irgendwann anstrengend, also sollte man sich lieber etwas weicher betten. Was würde sich da besser anbieten als das Offensichtliche? Kiel besitzt als maritime Stadt natürlich einiges an weichem Sand, der sich wunderbar als Untergrund für große Strandlaken, Sonnen und zum Burgen bauen eignet. Wer den Strand liebt, dem bietet Kiel eine Vielzahl an beliebten Anlaufpunkten. Neben Falckenstein und Strande ist auch das Ostufer mit seinen Stränden „Brasilien“ und „Kalifornien“ beliebt, die mit der Copacabana und dem Malibu Beach locker mithalten können. Nur das Wasser ist etwas kühler. Wer hart im Nehmen ist, springt in die Ostsee und lässt sich danach auf den vielseitigen Stränden von der frischen Meeresbrise trocken föhnen. Die Fähre als Transportmittel zu nutzen bietet sich wunderbar an, denn im Zickzack schippert sie regelmäßig in die Richtung der attraktiven Strände. Nur seekrank sollte man nicht werden. Etwas beschaulicher als ein Tag am Meer geht es am Westensee zu. Innerhalb von 10 Minuten erreicht man vom Bahnhof aus mit der Bahn den nahegelegenen Erholungsort, der sofort dazu einlädt, die Picknickdecke und genügend Proviant auszupacken.

Das 'Eisparadies' lockt mit einem vielfältigen Angebot
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Die Kieler sind zwar echte Wasserratten, doch manchmal muss es nicht unbedingt das weite Meer oder der charmante See sein, denn meist muss man für einen solchen Ausflug mehr Zeit einplanen. Glücklicherweise liegt uns die Förde direkt vor der Nase. Mit ihren Stegen und dem Hafen ist dort auch außerhalb der Kieler Woche einiges los. Wer den richtigen Augenblick erwischt, kann sogar die sogenannten Slackliner beobachten, die eine Line über das Wasser spannen, um darauf von einem zum anderen Ende zu balaniceren. Nicht selten endet dieser Versuch auf der „Waterline“ mit einem lauten Platsch in das kühle Nass. Und wenn man sich schon an der Kiellinie aufhält, sollte man auf keinen Fall an den vielen Fischbrötchenbuden vorbeigehen. Sie gehören einfach zu Kiel wie das „Gezwitscher“ der Möwen. Begehrt sind zum Beispiel die Fischbrötchen der „Fischbar“, die auf Regionalität und Individualität setzt. Dadurch erreichte das Unternehmen sogar den Seafood-Star und erfreut viele Besucher mit frischem Fisch.

Der Sommer macht jedoch vor allem Lust auf ein ganz bestimmtes Gericht – das Eis. So hat auch Tim C., 8 Jahre alt, einen ganz bestimmten Lieblingsplatz in Kiel: Das Eisparadies im Knooper Weg. „Im Sommer würde ich am liebsten jeden Tag Eis essen. Zum Glück wohnen wir nur zwei Straßen weiter und nach der Schule gehe ich fast immer daran vorbei." Die vielen verschiedenen Sorten begeistern nicht nur Tim, die Schlange vor der Eisdiele kann bei gutem Wetter ziemlich lang werden. Wer es ein bisschen gemütlicher angehen lassen will, ist mit dem liebevoll eingerichteten „Café Resonanz“ gut beraten. „Hier lohnt es sich nicht nur wegen des leckeren Essens, sondern auch der behaglichen Atmosphäre ein bisschen zu verweilen.“, schwärmen die Gäste. 

Auch ein Besuch östlich der Förde, in Gaarden, lohnt sich. „Es gibt nichts schöneres als an einem Samstagmorgen über den Wochenmarkt auf dem Vinetaplatz zu schlendern und den umliegenden Geschäften einen kleinen Besuch abzustatten“, finden Sarah T. und Simon H. beide 28. „An diesem Platz findet man den Altstadtcharme wieder, der in Kiel eher eine Seltenheit ist.“ Hier verbindet sich reges Treiben mit historischer Altstadtkulisse. Mit dem großen Angebot an regionalen Produkten, wird der Marktbummel später am heimischen Herd auch zum kulinarischen Highlight.

Ob für Strandnixen und Sandburgherren, für Sonnenanbeter und Grillmeister, für Altstadtliebhaber und Eisgenießer – Kiel zeigt sich gerade jetzt von seiner besten Seite. Die Auswahl an schönen Sommerplätzen ist riesig, jetzt heißt es nur noch: Sonnenbrille auf, Sonnencreme nicht vergessen - los geht es: Genießt die Sonne! So wie wir, in der „Seebar“ am Hindenburgufer, die durch ihren besonderen Charme und ihre tollen Location auf einem Steg überzeugt. Cheers, auf einen schönen Sommer. (sl) (je)

Wahllos glücklich?



Die niedrige Wahlbeteiligung an den Studiwahlen 2013 an der CAU wirft die Frage nach den Ursachen  auf.
 
Die Studiwahlen 2013 an der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU) endeten am 18. Juni. Die Auszählungen begannen noch am selben Tag. Das erste Ergebnis, das feststand, war die Höhe der Wahlbeteiligung. Diese fällt mit 18,5%  eher niedrig aus.
In diesem Jahr standen die Zusammensetzung des Studierendenparlaments, der Fachschaftsvertretung, des Fakultätskonvents und der Akademische Senat zur Wahl. Zudem konnte noch über die Einführung einer Zivilklausel abgestimmt werden, deren Inhalt es wäre, die Zusammenarbeit von Forschung und Militär zu untersagen.
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Im Vorfeld sollten die Wahlunterlagen an alle Studierenden per Post geschickt werden und der Wahlausschuss startete zudem noch eine Wahl-Kampagne, die zu mehr Wahlbeteiligung auffordern sollte. Auf den Plakaten war neben den Worten „Lasst uns nicht hängen” ein Galgenstrick abgebildet. Sowohl das eine als auch das andere verfehlte seine Wirkung. Das lag nicht nur daran, dass die Kampagne viele nicht erreichte, auch die Wahunterlagen kamen bei vielen Studierenden nicht an. Trotzdem hätten betroffene Studierenden wählen können. In den Mensen gab es die Möglichkeit direkt zu wählen, aber scheinbar war das nicht überall bekannt. Die generelle Unwissenheit im Bezug auf die Studiwahlen ist ein Problem, das weit verbreitet ist.
„Ich kenne mich da nicht aus und hatte auch keine Zeit mich zu informieren. Mein Motto ist: Wenn du keine Ahnung von Parteien hast, Klappe halten. Also habe ich nicht gewählt”, sagt Curtis, Student der Anglistik. Damit steht er nicht allein.
Wahleiterin Lena Denecke hat schon viele ähnliche Sprüche von Studierenden gehört. „Sie wissen nicht, wen sie wählen sollen oder sie sagen, sie würden die Personen überhaupt nicht kennen. Das  verstehe ich nicht. Im Studium informiert man sich doch ständig. Wo ist also das Problem?” Natürlich würden sie die Studierenden gerne ausführlicher informieren, aber dafür reiche das Geld nicht. „Traditionell bekommen wir 10.000 Euro zugesprochen, wenn der Haushalt vom ASTA beschlossen wird. Das ist nicht viel. Dieses Jahr haben wir sogar nur noch 8.000 Euro bekommen. Allein die Hälfte geht schon für die Briefe drauf.” Ob es nächstes Jahr anders wird und ob wieder mit einer Kampagne versucht wird, zur Wahl zu motiviert, kann Lena Denecke nicht sagen. „Das entscheidet dann nächstes Jahr der Wahlauschuss. Wie der sich zusammensetzt, weiß ich nicht.”
Für das Phänomen der fehlenden Wähler gibt es viele mögliche Ursachen. Angefangen von Politikverdrossenheit, über bloßes Desinteresse, bis hin zur Tatsache, dass der Studierende sich nicht betroffen fühle, da die Themen der Parteien ihm nicht wichtig erscheinen. So zog die Campus Union beispielsweise mit dem Streit um den Veggie-Day in den Mensen in den Wahlkampf. Mit dem Slogan ”Für die Wahlfreiheit beim Essen” versuchten sie Wählerstimmen zu holen. Inwieweit das tatsächlich im studentischen Alltag relevant ist, kann hinterfragt werden. Der Veggie-Day findet schließlich nur einmal monatlich in den Mensen statt und schließt die Cafeterien aus.
Überhaupt glaubten die meisten, Politik gehöre einer anderen Lebenssphäre an. So hat das Eric, Philosophiestudent, lange Zeit erlebt. „Dass dieser Glaube falsch ist, habe ich im Studium begriffen. Alles ist, wie es ist, weil die Politik es so gesetzt hat. Natürlich wirkt das erst einmal irrelevant, aber letzten Endes ist der ganze Alltag von Politk durchtränkt.”
Allerdings wird das meistens erst bemerkt, wenn es um die eigene Geldbörse geht. Im Jahr 2010 gab es eine einmalig hohe Wahlbeteiligung von 35%. Damals ging es bei der Wahl um viel höhere Semesterbeiträge im Zusammenhang mit einem teureren Semesterticket. Seit dem sind ist die Wahlbeteiligung wieder rückläufig. Alexandra Haß vom Wahlamt sagt, es sei wenigstens gut, dass die Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr  kaum gesunken sei. Letztes Jahr stimmten 18,6% der Studierenden ab. An der Universität in Köln sei es aber nicht viel anders, gibt sie zu bedenken. Auch dort läge die Wahlbeteiligung so um die 18%.
Man könnte bei diesem Stand auf den Rückschluss kommen, die Studierenden hätten mit ihrerer Universität keine Probleme. Wahlos glücklich, sozusagen. Miriam, Studentin der Geschichte, verneint das jedoch. „Dummheit: Jammern, aber nichts machen wollen. Das grenzt an Geschichtsvergessenheit”, sagt sie. Miriam hat gewählt. Sie findet es wichtig. Wenn man sich nicht selbst engagieren könne, weil man so viel arbeiten müsse, dann könne man wenigstens wählen gehen. Das gehöre nun einmal zur Demokratie und es verwundere sie, dass an der Universität nicht gewählt wird. „Ich dachte früher, hier ginge es um denken und reflektieren. Aber offensichtlich ist das nicht der Fall.”
Engagement von vielen Studierenden gab es aber trotzdem während der Wahlen. Lena Denecke berichtet, dass ihre Kampagne „Lasst uns nicht hängen” auf Facebook einen „Shitstorm” geerntet hätte. Ein Shitstorm bezeichnet ein Phänomen im Internet. Es handelt sich dabei um eine Welle an Beschimpfungen mehrerer gegen eine Person oder Einrichtung. „Wir wurden ziemlich kritisiert wegen der Plakate. Warum, habe ich nicht verstanden. Einige nannten sie pietätlos. Das habe ich so nie empfunden, sonst hätten wir sie nicht ausgehängt. Eigentlich fanden wir sie sehr lustig. Damit haben wir nicht gerechnet. Man kann nur hoffen, dass diese Studierenden wenigstens wählen waren.”
Die geringe Wahlbeteiligung ist ein Phänomen für das es viele Ursachen gibt. Das dümmste sei aber, wenn man die ausgefüllten Wahlunterlagen eine Woche lang mit sich herumtrüge und dann vergesse, sie einzustecken. Ein solcher Fall sei ihr begegnet, sagt Simone Weigel, Mitglied der JuSo-Hochschulgruppe. „Er kam in die Mensa und fragte mich, wo er denn hier seinen Brief einwerfen könne. Leider musste ich ihm sagen, er käme eine Stunde zu spät. Die Wahl war schon vorbei.”  (lz)

Vom Hörsaal in die Eisdiele - Existenzgründung einer Kieler Studentin

Lisei bedient noch persönlich
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In der Kirchhofallee an der Ecke zur Ringstraße befindet sich ein eindrucksvolles Eckhaus. Drinnen steht hinter einem gläsernen Tresen ein Mann, den nicht die Kieler Sonne so bräunen konnte. Mit Schwung stößt er den Löffel in das blaue Schlumpfeis, platziert eine übergroße Kugel in die Waffel und taucht sie anschließend in eine Schale voller Cookie-Streusel. Nun wird noch der obligatorische Haribo-Schlumpf auf dem Eis platziert. Das kommt vor allem bei den Kindern gut an.

Lisei, die Besitzerin der Eisdiele Liseis, ist Existenzgründerin. Vor zwei Jahren hat sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Seitdem hat sich Liseis herumgesprochen. Die Leute dort seien immer freundlich, an den frischen Früchten werde nicht gespart, wer wolle, brauche sich erst nach einem ganzen Probiermarathon durch die verschiedenen Milcheise und Sorbets entscheiden – falls dann noch etwas in den Magen passt. Und jetzt machen sie im Liseis auch noch ihre eigene Eiscreme.
Trotzdem scheint nicht einmal das riesige Plastikeis vor dem Laden aufzufallen. „Immer wieder kommen Leute rein und fragen, ob wir neu hier sind“, sagt Chefin Lisei.
Die Studentin der Volkswirtschaftslehre ist mit ihrer Existenzgründung unter ihren Kommilitonen eine Ausnahme. Zwar macht der Studiengang mit Wachstumsstrategien vertraut, aber die meisten trauen sich einfach nicht.

Das Angebot des selbstgemachten Eis ist vielfältig
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Nach dem KfW-Gründungsmonitor 2013 gab es 2012 mit 775.000 Gründern 60.000 weniger als im Vorjahr, als auch Lisei sich selbstständig machte. Und sogar 134.000 weniger als 2010. Das Gründungsgeschehen sei auf dem Tiefpunkt – und kein Anstieg in Sicht.
Der Weg zum eigenen Unternehmen ist kein Spaziergang, aber gut zu schaffen, findet Lisei. Die theoretischen Grundlagen beherrschte sie durch ihr Studium so gut, dass sie sich  nicht einmal beraten ließ - auch wenn die Theorie oft schwer zu realisieren war:

„Die Professoren haben für die Beispielrechnungen immer Eisdielen verwendet“, in der Realität sei aber doch alles anders, gibt Lisei zu. Aber mit viel Ehrgeiz und Fleiß schaffte sie es. Wenn sie etwas nicht wusste, habe sie einfach in Büchern nachgelesen. Zudem wusste sie, welche Prioritäten zu setzen waren: „Ganz wichtig ist natürlich die Location. Ich habe mich wirklich tagelang an die Straße gestellt und gezählt, wie viele Menschen hier vorbeikommen und mich dann für diesen Standpunkt entschieden.“ Lange habe sie auch über den Namen des Eiscafés nachgedacht, bis ihre Steuerberaterin vorschlug, einfach ihren Vornamen zu verwenden und ein „S“ anzuhängen. Wofür „Liseis“ steht, wissen aber die wenigsten. „Die meisten denken, ich heiße Lisa“, merkt die Studentin an.

Doch Fleiß und Kreativität allein reichen oft nicht: Gerade die letzten Änderungen in der Existenzgründungsförderung durch die Bundesagentur für Arbeit, werden als Grund dafür angesehen, dass der niedrigste Stand der Gründer seit 2000 erreicht ist. So wurde der Gründungszuschuss im Dezember 2011 von einer teilweisen Pflicht- in eine vollständige Ermessensleistung umgewandelt. Außerdem bleibt jetzt den Gründern weniger Zeit zur Umsetzung ihrer Ideen. 

Lisei hatte das Glück, von ihren Eltern gesponsert worden zu sein. „Darüber bin ich sehr froh“, sagt die 29-jährige, „denn es ist sehr schwer, Zuschüsse zu erhalten, weil man sehr konkrete und gut ausgearbeitete Entwürfe vorlegen muss, um eine Chance zu haben“. Glücklich ist sie auch über ihre Entscheidung vor zwei Jahren. Klar, das Studium litt zumindest in den Sommermonaten unter der zusätzlichen Belastung, werde aber im nächsten Semester erfolgreich beendet und „zum ersten Mal bleibt nun auch ein Gewinn für mich übrig“, freut sich Lisei, die bisher im Winter nebenbei jobben musste.

Dass ihr das Eis wirklich wichtig ist, merkt man, wenn sie davon erzählt. Aus ihr spricht dann die Genießerin und weniger die Geschäftsfrau. So habe sie die laktosefreien, veganen Eissorten auch gar nicht für eine bestimmte Klientel entworfen, sondern einfach weil es ihr so besser schmecke.
In dieser Saison produziert Lisei nun auch noch ihr eigenes Eis. Wieder las sie zahlreiche Bücher  und besuchte teure Seminare. Zufrieden ist sie immer noch nicht: „Ich habe noch so viele Ideen, für die ich bislang keine Zeit hatte“. So möchte sie bald selbstgemachte Eistorten verkaufen und Seminare zur Eisherstellung anbieten – damit jeder zu Hause sein eigenes Eis produzieren kann.
Der Mann hinter dem Tresen ist Liseis Vater. Stolz holt er eine Portion gerade fertiggestellten Vanilleeises hervor und lässt die Gäste erwartungsvoll probieren. (jh)